Aktuelles
Mit zwei Vorstellungen im "Liliom" und einer Vorstellung vor 100 Schülerinnen und Schülern im Bayern-Kolleg hat die WasserAllianz den Anti-Privatisierungsfilm "Water makes money" in Augsburg gezeigt. Die Veranstaltung im Bayern-Kolleg kam zustande, nachdem Sozialkunde-Lehrerinnen den Film im "Liliom" besucht hatten. Diskussionen und Gepräche nach den Vorführungen des Films zeigten, dass er auf reges Interesse gestoßen war. 11.08.2010 Wasser für alle? Ein Menschenrecht? Schön wäre es! Leider wird es so wieder einmal nicht kommen. Die sogenannten Milleniumsziele beinhalteten schon den Anspruch, allen Menschen auf diesem Planeten den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Daraus ist nichts geworden. Nun gibt es einen neuen Anlauf mit einem vermeintlich höheren Stellenwert. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat am 28. Juli 2010 beschlossen, dass der Zugang zu sauberem Trinkwasser ein Menschenrecht recht darstellt. Auf Antrag von Bolivien stimmten 122 Länder dafür –darunter auch Deutschland. 41 Länder enthielten sich. Der UN-Menschenrechtsrat hatte 2008 einen Bericht über das weltweite Wasserproblem in Auftrag gegeben. Demnach haben 884 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser (andere sprechen sogar von über einer Milliarde Menschen) und 2,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sanitären Anlagen und einer entsprechenden Abwasserentsorgung. Die dadurch hervorgerufenen Krankheiten töten mehr Kinder als Malaria, Masern und Aids zusammen. „Diese Probleme werden keine im Schnellschuss produzierten UN-Resolutionen lösen. Nur praktisches Zugreifen hilft, wobei die schleichende Privatisierung des Wassers und die Rolle der Nahrungsmittelindustrie hinterfragt werden müssen“, schreibt die Frankfurter Rundschau (FR Nr. 174 v. 30.07.2010). Und im Endeffekt hat der Beschluss der UN-Vollversammlung nur symbolischen Charakter, denn er ist nicht einklagbar. Viele Industriestaaten haben dafür gesorgt, dass weitergehende Verpflichtungen über das Symbolische hinaus verhindert wurden. Dies kommentiert die Süddeutsche Zeitung mit unerwarteter Deutlichkeit: „Sie (die Industriestaaten) fürchten Klagen gegen die industrielle Ausbeutung der Ressource Wasser, die eine wesentliche Basis der ökonomischen Welteroberung durch den Westen ist.“ (Süddeutsche Zeitung Nr. 175 v. 02.08.2010). Dem ist nichts hinzuzufügen.
01.03.2010
29.10.2009 Pressemitteilung der WasserAllianz Augsburg: WasserAllianz gegen EON-Wasserkraftwerk am Lech Die WasserAllianz Augsburg: spricht sich entschieden gegen die Errichtung eines Wasserkraftwerkes des Energiekonzerns EON am Lech zwischen Hochablass und Lechstaustufe 23 aus. Die WasserAllianz befürchtet negative Auswirkungen auf die Trinkwasserschutzzonen und die Naturschutzgebiete. „Naturschutzgebiete und Trinkwasserschutzzonen in Augsburg dürfen nicht dafür benutzt werden, um Energiekonzernen ein grünes Image zu verpassen“, so Holger Thoms von der WasserAllianz. Außerdem stellt die WasserAllianz dem EON-Konzern eine Frage: Warum hat der EON-Konzern im September 2009 13 Wasserkraftwerke am Inn an den österreichischen Energieversorger Verbund verkauft, obwohl bayerische kommunale Versorger ihr Interesse angemeldet hatten, um nun auf Augsburger Stadtgebiet ein neues Wasserkraftwerk zu errichten?
04.08.2009 Aufruf zur Unterstützung der Petition für einen Verzicht auf die weitere Privatisierung von Gewässern _______________________________________________________ (an den Deutschen Bundestag) In Brandenburg findet derzeit eine Auseinandersetzung um die Privatisierung von Seen statt. Die 3.087 Seen umfassen fast 100.000 Hektar und machen 13 % der Fläche des Bundeslandes aus. Sie stellen an vielen Stellen eine wertvolle Kulturlandschaft dar (z.B. der Spreewald) und gehören zu den beliebten Reisezielen.
In Brandenburg sollen in nächster Zeit 15.000 Hektar Seenlandschaft von der bundeseigenen Bodenverwertungs- und Verwaltungs-GmbH (Nachfolgerin der Treuhand) an Private veräußert werden.
Dagegen hat der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) eine Unterschriftenaktion für eine Petition an den Deutschen Bundestag gestartet.
Jens Loewe, Mitbegründer unseres Netzwerkes „Wasser in Bürgerhand", stellt die entscheidende Frage: „Mit welchem Recht werden in Ostdeutschland überhaupt Lebensressourcen verkauft?" Die Seen würden, so Jens Loewe, für lächerliche Beträge „verhökert" und die Privatisierung nütze wenigen, schade aber vielen.
Die WasserAllianz Augsburg ruft zur Unterstützung der Petition des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Brandenburg auf entsprechend ihrer Grundhaltung, sich gegen die Privatisierung des Wassers einzusetzen.
WasserAllianz Augsburg
Weitere Informationen Unterschriftenlisten unter www.bund-brandenburg.de Interaktive Karte mit den betroffenen Seen unter www.fr-online.de/seen
12.07.2009 Internationaler Aufruf zur Unterstützung des Filmprojekts ____________________________________________________ Näheres unter "Downloads": Aufruf_Water makes money.pdf !! Die wichtigen Dinge im Leben wissen die meisten Menschen erst zu Derzeit klopfen überall auf der Welt, wo klamme Kommunen Geld suchen, Tag für Tag melden die französischen Globalplayer neue Eroberungen. Sie Ausgerechnet hier, wo Veolia und Suez 8 von 10 Bürger mit Wasser
Der Film „Water makes money “ wird zeigen, was Paris und andere Ein Film von unten“ – finanziert von denen, die ihn sehen wollen, die
Investieren Sie in den Film „ Water makes money“, helfen Sie, ein Stück * Jede Spende ist willkommen. Ab 20 € erhalten Sie dann von Zahlungen bitte auf das Konto: Empfänger: Water makes Money, Konto-Nr: 1230 131474; Bank: HASPA, BLZ:
20.05.2009 WasserAllianz weiht Bank ein ___________________________________________ Die von der WasserAllianz Augsburg gestiftete Parkbank im Anschließend wurde in einem nahegelegenen Biergarten mit einem Büffet Die offizielle Übergabe der Parkbank an die Stadt Augsburg, vertreten
13.05.2009 Einladung: WasserAllianz feiert 5-jähriges Bestehen ___________________________________________________ Während Banken überall zusammenkrachen, weiht die WasserAllianz eine Bank ein! Einladung zum Fest der WasserAllianzAugsburg: 5 Jahre Rudern gegen den Privatisierungsstrom Wir feiern mit euch am 20.Mai 2009 Um 18:00 Uhr stoßen wir auf die von uns gestiftete Bank im Um 19:00 Uhr feiern wir in der nahe gelegenen Parkstube in der Wir freuen uns auf euer Kommen! WasserAllianzAugsburg: Einladung und nähere Beschreibung unter downloads
14.03.2009 Veranstaltungshinweis: Film „Das blaue Gold im Garten Eden“ _______________________________________________________
Mit Hilfe internationaler Konzerne verwirklicht die Türkei am Oberlauf Im Anschluss an den Film besteht Gelegenheit zur Diskussion.
13.03.2009 Veranstaltungshinweis: Theaterstück „Das blaue Wunder“ ____________________________________________________
„Das blaue Wunder“ ist eine Gangsterkomödie, in der leider nur wenig Die WasserAllianz Augsburgunterstützt diese Veranstaltung der Stadtwerke
19.12.2008 Siebentischwald wird wieder städtisches Eigentum __________________________________________ Pressemitteilung der WasserAllianz Augsburg vom 19.12.2008
Mit dem Stadtratsbeschluss vom 18.12.2008 ist die Rückübertragung des Siebentischwalds an die Stadt Augsburg und deren Finanzierung endgültig gewährleistet. Damit ist unser Bürgerbegehren „Rückkauf des Siebentischwalds“ erfüllt. Die WasserAllianz Augsburg begrüßt den Stadtratsbeschluss. Wichtig war, dass die Gefährdung des Eigenkapitals der Stadtwerke abgewendet werden konnte. Mit dem Beschluss haben die verantwortlichen Politiker nach Ansicht der WasserAllianz endlich anerkannt, dass der Siebentischwald jetzt und in Zukunft kein Objekt der Haushaltssanierung sein darf. __________________________________________
Anmerkungen
Im Vorfeld gab es Auseinandersetzungen im Stadtrat über die Finanzierung der Rückübertragung. Die ursprüngliche Absicht der Rathauskoalition von CSU und Pro Augsburg, zur Finanzierung des Rückkaufs Mittel aus dem Eigenkapital der Stadtwerke zu entnehmen, musste aufgrund massiven Widerstands fallengelassen werden. Der neue Weg ist eine Nutzungsvereinbarung zwischen der Stadt und den Stadtwerken. Die Stadtwerke Wasser GmbH nutzen den Siebentischwald für die Zwecke der Trinkwasserentnahme und des Trinkwasserschutzes. Diese Nutzung hat einen Wert von 12 Mio. Euro. Im Endeffekt erhalten die Stadtwerke 6 Mio. Euro von der Stadt für die Rückübertragung. Wir als WasserAllianz wurden diesbezüglich am 15.12.2008 von Bürgermeister Weber informiert. Im Stadtrat haben CSU, Pro Augsburg und die SPD für die Lösung gestimmt. Die Grünen waren dagegen. Entscheidend ist – unabhängig von der Art der Finanzierung – dass nunmehr der Weg für eine Rückübertragung des Siebentischwalds an die Stadt Augsburg frei gemacht worden ist.
WasserAllianz Augsburg vor 5 Jahren gegründet Vor 5 Jahren, am 19.12.2003, wurde die WasserAllianz Augsburg gegründet. (unter „Weitere Informationen“ -> „Unser Bürgerbegehren 2004“ kann die Historie der WasserAllianz nachgelesen werden). Seither haben wir mit 3 erfolgreichen Bürgerbegehren viel erreich 2004 konnte mit großer Unterstützung der Augsburger Bürgerinnen und Bürger der Verkauf des städtischen Abwasserbetriebes (Kanal und Klärwerk) und des Siebentischwaldes an die Stadtwerke Augsburg GmbH verhindert werden. 2008 konnte, nachdem im Dezember 2007 trotz des eindeutigen Votums der Augsburger Bürgerinnen und Bürger von 2004 der Siebentischwald zur Haushaltssanierung doch an die Stadtwerke Augsburg GmbH verkauft wurde, mit unserem Bürgerbegehren "Rückkauf des Siebentischwalds" der Rückkauf erreicht werden. Unseres Wissens wurden die 3 Bürgerbegehren der WasserAllianz Augsburg mit den meisten Unterschriften aller Bürgerbeheren, die bisher in Augsburg durchgeführt wurden, unterstützt.
20.11.2008 Pressemitteilung der WasserAllianz Augsburg:
WasserAllianz begrüßt Rückkauf des Siebentischwaldes Besorgnis über Eigenkapitalentnahme bei Stadtwerken
Die WasserAllianz Augsburg hat den Mehrheitsbeschluss des Finanzausschusses des Stadtrats begrüßt, den Siebentischwald von den Stadtwerken zurückzukaufen. Die WasserAllianz hatte im Frühjahr 2008 ein Bürgerbegehren mit 15.000 Unterschriften mit dem Ziel des Rückkaufs durch die Stadt auf den Weg gebracht. Nach erfolgreichem Abschluss des Bürgerbegehrens kam in Verhandlungen der WasserAllianz mit den Stadtratsfraktionen und den Stadtwerken ein einstimmiger Stadtratsbeschluss für den Rückkauf zustande. „Wir appellieren nunmehr an alle Stadtratsmitglieder, auf der Plenumssitzung des Stadtrats dem Beschluss des Finanzausschusses zum Rückkauf der Grundstücke zuzustimmen und dem einstimmigen Stadtratsbeschluss vom 24.04.2008 Rechnung zu tragen. Wer nun dagegen stimmt, verlässt die damals mit uns erzielte Übereinstimung“, so Holger Thoms, Vorsitzender der WasserAllianz. Wir betonen ausdrücklich, dass mit dem Rückkauf des Siebentischwaldes eine deutliche Entlastung der Stadtwerke Augsburg Wasser GmbH in Höhe des Kaufpreises von Ihre Sorgen drückt die WasserAllianz allerdings über das Vorgehen von Stadtregierung und Mehrheitsfraktionen aber auch aus: Sie erwartet, dass die Eigenkapitalentnahme in Höhe von 10 Millionen Euro bei den Stadtwerken nur ein einmaliger Vorgang bleibt, damit keine Infragestellung der Stadtwerke als städtisches Unternehmen zu befürchten ist.
18.11.2008 Aktuelle Informationen
Rückkauf der Trinkwasserschutz-Grundstücke im Siebentischwald auch finanziell gesichert Der Finanzausschuss des Augsburger Stadtrats hat mehrheitlich am 17.11.2008 den Rückkauf der Trinkwasserschutz-Grundstücke im Siebentischwald in einem Schlag beschlossen. Dazu werden die erforderlichen 18 Millionen Euro sowie Zinsen in den Haushalt 2009 eingestellt. Wenn der Stadtrat auf seiner nächsten Plenarsitzung diesen Beschluss des Finanzausschusses übernimmt, ist damit unser Bürgerbegehren „Rückkauf des Siebentischwalds“ vom Frühjahr 2008 erfüllt.
Gespräche mit Stadtwerken über EU-Vergaberecht fortgesetzt Die Umsetzung unseres zweiten Bürgerbegehrens „Wasser ist keine Ware“ ist noch in Arbeit. Hierzu finden Gespräche mit den Stadtwerken statt. Es geht darum, das Vergaberecht und die rechtliche Bewertung von Konzessionen für die Trinkwasserversorgung zu hinterfragen und gemeinsam (Stadtwerke und WasserAllianz) Lösungen zu erarbeiten, damit die Augsburger Trinkwasser-versorgung nicht europaweit ausgeschrieben werden muss und damit multinationale Konzerne möglicherweise einen Zugriff auf unser Trinkwasser erhalten. Unabhängig davon haben wir allerdings eine Sorge, wobei wir diese Angelegenheit kritisch verfolgen werden: Wir hoffen, dass die Eigenkapitalentnahme bei den Stadtwerken für den städtischen Haushalt 2009 nur eine einmalige Angelegenheit darstellt und keine Schwächung der Stadtwerke für die Zukunft erfolgt, damit nicht die Stadtwerke als städtisches Unternehmen in Frage gestellt werden.
10.07.2008 Aktuelle Informationen
Am 10.07.2008 fand, wie nach unseren erfolgreichen Bürgerbegehren vereinbart und in einem einstimmigen Stadtratsbeschluss festgelegt, das erste Treffen der WasserAllianz mit Vertretern der Stadtwerke Augsburg zum Thema: "Schutz unserer Trinkwasserversorgung vor möglichen Gefahren durch die EU-Gesetzgebung" statt.
30.04.2008 Aktuelle Informationen
- Großer Erfolg der WasserAllianz bei Verhandlungen mit Vertretern des Stadtrates und der Stadtwerke am 21.04.2008: Rückkauf des Siebentischwaldes durchgesetzt! WasserAllianz sieht Ziele der Bürgerbegehren verwirklicht! Weitreichende Vereinbarungen zur Abwehr von Wasser-Privatisierung! Verhandlungsergebnis wurde am 24.04.2008 einstimmig (!) vom Stadtrat beschlossen (siehe unter <a"öffnet href="http://www.caw-net.de/?id=21"></a"öffnet>"Downloads"<//a>: Interfraktionelle Anträge 1 und 2 = einstimmige Stadtratsbeschlüsse am 24.04.2008). (siehe 1.)
- Unterschriftenaktion beendet! Aktueller Stand: 15.000 Unterschriften für jedes der beiden Bürgerbegehren. Mit dieser überzeugenden Zahl von Unterschriften (für einen Bürgerentscheid wären lediglich jeweils 9.700 Unterschriften erforderlich gewesen) haben die Augsburger Bürgerinnen und Bürger ein deutliches Signal an die Politik gegeben, wodurch der große Erfolg der beiden Bürgerbegehren möglich wurde. Die WasserAllianz dankt den Augsburger Bürgerinnen und Bürgern für die großartige Unterstützung!!!
02.04.2008 Aktuelle Informationen
- Am 02.04.2008 wurden 13.628 Unterschriften für das Bürgerbegehren "Rückkauf des Siebentischwaldes" und 13.684 Unterschriften für das Bürgerbegehren "Wasser ist keine Ware" an Stadtdirektor Dr. Münzenrieder übergeben. <a"?fnet href="http://www.caw-net.de/?id=22"></a"?fnet>(Bild hier ...)<//a> Die WasserAllianz bedankt sich für die großartige Unterstützung durch die Augsburger Bürgerinnen und Bürger ! Am 22.04.2008 hat die WasserAllianz zusätzlich nochmal ca. 1.000 Unterschriften je Bürgerbegehren nachgereicht. Inzwischen sind noch weitere Unterschriften eingetroffen. Aktueller Stand: 15.000 Unterschriften für jedes der beiden Bürgerbegehren.
____________________________________________________________________________________ Hier noch 3 Statements von Bruno Marcon, attac Augsburg, zu den beiden Bürgerbegehren 2008:
1.) Großer Erfolg der WasserAllianz bei Verhandlungen am 21.04.2008 2.) Diffamierung von Bürgerbegehren 3.) (Alte) Stadtregierung nicht zur Umkehr bereit –
1.) Großer Erfolg der WasserAllianz bei Verhandlungen am 21.04.2008 (siehe dazu auch unseren Flyer <a"?fnet href="http://www.caw-net.de/?id=21#49"></a"?fnet>"Erfolg und Dank_30 04 2008"<//a>)
Rückkauf des Siebentischwaldes! WasserAllianz sieht Ziele der Bürgerbegehren verwirklicht! Weitreichende Vereinbarungen zur Abwehr von Wasser-Privatisierung!
Nach stundenlangen Verhandlungen haben die Fraktionsvertreter der im Stadtrat vertretenen Parteien und Vertreter der Verwaltung auf der einen Seite und die Vertreter der WasserAllianz Augsburg e.V. auf der anderen Seite weitreichende Vereinbarungen getroffen. Der Stadtrat tritt in beide Bürgerbegehren ein und übernimmt die Ziele der Bürgerbegehren "Rückkauf des Siebentischwaldes" und "Wasser ist keine Ware". In den Kernpunkten bedeutet dies:
1. Zurücknahme des Stadtrats-Beschlusses vom 25.11.2007 und Rückkauf der damals verkauften Flächen des Siebentischwaldes
2. Kein weiterer Verkauf von städtischen Grundstücken, die nicht dem Funktionsbetrieb dienen, an die Stadtwerke GmbH
3. Die von der Stadtregierung (mit den Naturschutzverbänden) ausgehandelten Naturschutzbelange werden Grundlage der Vereinbarungen der Wasser-Allianz und der Stadt
4. Als Ziel formulieren die Verhandlungsparter den Rückkauf aller Flächen (außer "Einfassungsflächen"), die in der Vergangenheit den Stadtwerken überlassen wurden
5. Die Stadtwerke Wasser GmbH soll nicht gewinnorientiert arbeiten
6. Der Stadtrat beauftragt die Stadtwerke und die Wasser-Allianz die Privatisierungsabsichten der EU zu beobachten und in Zusammenarbeit Vorschläge zur Abwehr dieser Absichten den städtischen Gremien zur Verfügung zu stellen
7. Der Beschluss des Stadtrats vom 25.4.2004 wird bestärkt. Damit bleibt auch der Abwasserbetrieb als Eigenbetrieb der Stadt Augsburg erhalten.
Die Vertreter der Stadtwerke haben darüberhinaus hervorgehoben, dass in 2008 mit keinen Erhöhungen der Wassergebühren zu rechnen ist.
Alle Verhandlungspartner haben zum Ausdruck gebracht, dass es jetzt und in der Zukunft keinen Einstieg von Konzernen in die Wasserversorgung Augsburgs geben wird.
Für die Wasser Allianz, für die Bürgerbewegung sind diese Ergebnisse ein weitreichender Erfolg wie sie in kaum einer anderen bundesdeutschen Stadt verwirklicht werden konnten. Durch das jahrelange Bemühen der Wasser-Allianz und der sie unterstützenden Bürger wurden wichtige Dämme gegen einen Einstieg von Konzernen in unsere Wasserversorgung errichtet.
Der "interfraktionellen Arbeitsgruppe" gehörten die Herren Schaal (CSU), Schneider (SPD), Erben (Grüne), Schönberg (FW) an, vertreten waren ebenfalls der städtische Finanzreferent Ecker sowie der Geschäftsführer der Stadtwerke GmbH, Gebhard und der Geschäftsführer der Stadtwerke Wasser GmbH ,Ottilinger. Auf Seiten der Wasser Allianz führte Bernd Rode, Holger Thoms, Harald Wutte und Bruno Marcon die Gespräche.
Für die Wasser-Allianz Bruno Marcon
2.) Diffamierung von Bürgerbegehren
In der Presse wurden im Januar und Februar 2008 die Bürgerbegehren pauschal mit Schlagzeilen wie - „Stadt durch Bürgerbegehren blockiert“ - „Häufung der Bürgerbegehren ist trauriger Rekord“ - „Minderheiten bestimmen über Mehrheiten, denen das Thema eigentlich egal ist…! diffamiert und lächerlich gemacht. Gerade die letzte Schlagzeile war eine Beleidigung für alle Bürgerinnen und Bürger, denn sie sagte aus, dass die Unterschrift unter ein Bürgerbegehren nicht ein bewusster Akt von mündigen Bürgern ist, sondern dass diese Bürger offenbar nicht genau wissen, was sie tun oder vielleicht gar „die Frage nicht verstehen“. Es ist nicht abzustreiten, dass einzelne Bürgerbegehren auch von politischen Parteien vereinnahmt wurden. Dennoch sind Bürgerbegehren ein wichtiges demokratisches Instrument, das den Bürgern auch zwischen den Wahlen die Möglichkeit eröffnet, politische Entscheidungen, die nicht im Sinne der Bürger sind, zu korrigieren. Dass das den politisch Verantwortlichen oft nicht passt, liegt auf der Hand. Die beiden Bürgerbegehren der WasserAllianz Augsburg sind jedenfalls nicht von politischen Parteien initiiert, sondern von engagierten Bürgern.
3.) (Alte) Stadtregierung nicht zur Umkehr bereit – Erste Erfolge der „Wasser“-Bürgerbegehren (von Bruno Marcon, Februar 2008)
(Hinweis: Der nachfolgende Text wurde noch vor der Kommunalwahl vom 02.03.2008 geschrieben und bezieht sich auf die Haltung der abgewählten Stadtregierung).
Entgegen vielfach gestreuter Mitteilungen gibt es keinen "Kompromiss" zwischen der "Wasser Allianz" und der Stadtspitze. Diese ist nicht bereit, den Verkauf des Siebentischwaldes zurückzunehmen. Diese Position wurde von OB Wengert in einem Gespräch mit der Wasser Allianz am 31.1.08 bekräftigt.
Doch der Stadtspitze laufen die Unterstützer davon. Waren es ursprünglich 57 Stadträte, die den Verkaufsbeschluss unterstützten, so stimmten auf der Februar-Sitzung lediglich nur noch 28 Stadträte für den Kurs der Stadtregierung. In der Stadtratssitzung im März steht erneut die Forderung nach Rückkauf der für Augsburg so bedeutenden Naherholungs-, Trinkwasser- und Naturschutzflächen des Siebentischwaldes zur Abstimmung.
Auch in der Grünen Partei wird heftige Kritik an der Stadtratsfraktion geübt, die den Verkauf bisher geschlossen mittrug. Auf der letzten Stadtversammlung beantragten Verkaufskritiker die Rücknahme der Entscheidung und eine Unterstützung der Ziele der Wasser Allianz.
Der Protest von Attac und die von der Wasser Allianz eingeleiteten Bürgerbegehren zeigen somit erste Erfolge. Die Stadtspitze versucht deshalb mit Zugeständnissen der Kritik den Wind aus den Segeln zu nehmen. So wurde der Naturschutz jahrzehntelang als Stiefkind behandelt und die Naturschutzverbänden nicht gehört. Jetzt sollen im Kaufvertrag Naturschutzgarantien gegeben werden, um die Naturschutzverbände in ihrer Kritik zu besänftigen und aus der Phalanx der Kritiker herauszubrechen.
Das gesamte Bürgerbegehren "ins Leere laufen lassen" will die SPD-Stadtratsfraktion mit einer abenteuerlichen Konstruktion: Danach "kann" die Stadt bei einem Einstieg eines Investors in die STAWA GmbH mit mehr als 25%-Anteile die gesamten (nicht nur den Siebentischwald) Trinkwasserschutz- und Waldflächen zurückkaufen. Derzeitiger Verkehrswert: 80 Millionen. Voraussetzung: Die Stadt muss "können" und "wollen". Ist es der Stadt nicht möglich, diesen Kauf zu vollziehen, stellt der Preis für einen Konzern kein Problem dar. Für eine Beteiligung bis zu 25% wird keine Regelung getroffen. Eine "Minderheitsbeteiligung" scheint somit jederzeit möglich. In vielen deutschen Kommunen haben sich Konzerne und Investoren zuerst mit solchen Beteiligungen eingekauft, um den "Fuß in der Tür" zu haben. Die Stadt lässt sich diese Vertragsänderung 60 000 Euro Kosten. Ein Betrag, den man sich sparen könnte, wenn der Siebentischwald im Eigentum seiner Bürgerinnen und Bürger verbliebe.
Die Gefährdung der Augsburger Wasserversorgung durch das Vorantreiben der Wasser-Liberalisierung durch die EU-Kommission und die aktuelle europäische Rechtssprechung wird durch die Stadtspitze nicht ausreichend erkannt. Von dieser Seite sind alle gewinnorientiert ausgerichteten Kommunalunternehmen bedroht, da sie als Wettbewerber unter Wettbewerbern gesehen werden. Zahlreiche Verwaltungsexperten des europäischen Rechts weisen auf die bestehende Rechtsunsicherheit hin und fordern die Kommunen auf, Vorkehrungen zu treffen solange dies noch möglich ist.
Die Wasser Allianz hat die Stadt aufgefordert, einen "Runden Tisch" von Fachleuten, Verbänden, Vertretern der Zivilgesellschaft einzurichten und ihre Unterstützung dafür angeboten. Doch die Stadtspitze ist (noch) nicht bereit auf "Augenhöhe" mit der Wasser Allianz und Vertretern der Zivilgesellschaft zu verhandeln. Bis jetzt setzt sie ihren Kurs fort, der durch den Verkauf des Siebentischwaldes deutlich wurde: Die Missachtung des Bürgerbegehrens vor 4 Jahren als sich über 20 000 Bürger schon einmal gegen den Verkauf des Siebentischwaldes und des Klärwerks erfolgreich zur Wehr gesetzt haben.
In dem Gespräch mit der Stadtspitze wurde deutlich: Es bestehen zwei grundsätzlich verschiedene Standpunkte. Die Verkaufsbetreiber setzen den Aspekt des "Wirtschaftlichen" an die erste Stelle. Der Wald soll dorthin wo er wirtschaftlich bestmöglich verwendet werden kann: zu den Stadtwerke Wasser GmbH. Die Wasser Allianz betont, dass Naturschutz, Trinkwasserschutz und Naherholung nicht unter das Diktat der Ökonomie gesetzt werden dürfen und deshalb der Siebentischwald Eigentum der Augsburger Bürger bleiben muss. Zwischen diesen beiden Perspektiven gibt es keinen "Kompromiss".
Deshalb geht es bei der jetzigen Auseinandersetzung bezüglich des Siebentischwald-Verkaufs um eine ganz grundsätzliche Weichenstellung für die Zukunft der öffentlichen Daseinsvorsorge in Augsburg. Wenn es den Befürwortern des Primats des "Wirtschaftlichen" gelingt, ihren Kurs durchzusetzen, droht ein "Dammbruch". Privatisierungsgegner wären auf lange Zeit geschwächt und dem Verkauf weiterer öffentlicher Bereiche wäre Tür und Tor geöffnet. Diese Bedeutung für die Zukunft wird von vielen noch unterschätzt. Um unser Bürgerbegehren erfolgreich zu gestalten brauchen wir aber die volle Unterstützung aller Menschen, die sich für eine Zukunft einsetzen, in der Mensch und Natur nicht Ware sind.
Für die Wasser Allianz Augsburg
Bruno Marcon
<a"öffnet href="http://www.caw-net.de/?id=20#48"></a"öffnet>zum Seitenanfang ...<//a>
V.i.S.d.P.: Bernd Rode, Remshartgässchen 5 B, 86152 Augsburg<tt></tt>
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